Donnerstag, 9. August 2012

Hier und Jetzt


Vor meinem Urlaub hatte ich ja angekündigt, ein paar praktische Think-Pink-Übungen aufzuschreiben. Dann fangen wir doch einfach mal damit an, was? :)

Heute für den Anfang zwei Übungen, die mir persönlich sehr gut helfen, mich mehr im Hier und Jetzt zu verankern und weniger über die Vergangenheit, die Zukunft oder andere Menschen nachzugrübeln.

1. Was höre ich jetzt gerade?

Dazu kannst du die Augen schließen und dich einmal darauf konzentrieren, was du gerade HÖRST. Einfach hören, beschreiben - und staunen, was passiert. Mir geht es bei dieser Übung oft so, dass ich nach und nach immer mehr Geräusche wahrnehme, die ich sonst ständig überhöre. Manchmal dauert es eine ganze Weile, bis ich ein eher unscheinbares Geräusch wahrnehme, wie beispielsweise das Ticken der Uhr. Ich mach das jetzt mal:

"Ich höre in der Ferne Straßenlärm. Jetzt fährt auf der Straße vor meinem Fenster ein Auto vorbei. Ich höre, wie im Nachbarzimmer ein Computer runtergefahren wird. Draußen höre ich leise eine Kinderstimme reden. Jetzt wieder Straßenlärm. Jetzt klopft etwas draußen. Eine Autotür wird zugeschlagen. Noch eine. Ich höre leise ein paar Vögel piepsen. Wieder eine Autotür. In der Ferne weiter Straßenlärm. Das Geräusch der Tastatur beim Tippen. Wieder ein Auto vor meinem Fenster. Das Ticken der Uhr. Eine Straßenbahn. Einen Ball, der rhythmisch auf den Fußweg geprellt wird. Eine Erwachsenenstimme, die sich ruhig mit dem Kind unterhält."

Natürlich kann man diese Übung auch auf alle anderen Sinne übertragen: Was sehe ich gerade? Was rieche ich? Was schmecke ich (z.B. beim Essen mal mit geschlossenen Augen ganz genau "hinschmecken")? Was spüre ich körperlich?

Wichtig ist, einfach wahrzunehmen und nicht zu werten, ob jetzt das Vogelgezwitscher "schön" und der Straßenlärm "nervig" ist.

2. Was ist gut?

Diese Übung eignet sich ganz gut für alle, die gerne und ausschließlich das Schlechte sehen ;) Überlege dir 30 Dinge, die JETZT GERADE gut sind oder sein könnten. DREISSIG?!! Ja, dreißig ;) Aber es ist natürlich okay, wenn dir erstmal nur zwei oder drei einfallen. Mit der Zeit wirst du dich schon steigern ;) Dabei spielt es für den Moment erstmal keine Rolle, ob du die Dinge jetzt gerade auch als gut empfindest. Es geht nur um das Wahrnehmen. Am besten wirkt die Übung, wenn du dir dabei Notizen machst. Ich versuche mich mal:
  1. Es ist angenehm warm.
  2. die Leichtigkeit des Sommers
  3. Ich bin satt.
  4. Meine Kopfschmerzen, die mich die letzten zwei Tage geplagt haben, sind weg.
  5. Die Bäume vor meinem Zimmer sind grün.
  6. Durch das Fenster kommt angenehm frische Luft herein
  7. Draußen sind ein paar Geräusche zu hören, die aber nicht stören, sondern mir zeigen, dass ich nicht alleine bin
  8. Ich sitze in einem schönen Zimmer.
  9. Mein Computer funktioniert.
  10. Ich schreibe diesen Post, der vielleicht ein paar Menschen hilft, etwas gelassener zu werden.
Usw. Ich denke, ihr versteht, worauf ich hinaus will, oder? :)

Natürlich ist klar, dass, je öfter du übst, desto eher du eine Wirkung spüren wirst. Zum Glück gibt es über den Tag verteilt ganz viele Möglichkeiten zum Üben. Am einfachsten ist es vielleicht, wenn du erstmal in Situationen anfängst, wo du eh nur rumsitzt und wartest. Z.B. an der Bushaltestelle oder an der roten Ampel, die ewig nicht grün wird. Oder wenn du abends mal nicht einschlafen kannst. Oder morgens zu zeitig aufwachst. Vielleicht wirst du dich ja sogar irgendwann über solche Situationen freuen - endlich eine Gelegenheit zum Üben :D

Wenn du merkst, dass dir die Übungen nicht gut tun, dann ist das nicht schlimm. Viele Wege führen schließlich nach Rom (mit Rom komm ich euch öfters, kann das sein? ;)) und dann ist dieser hier vielleicht nicht oder im Moment nicht deiner. Ich hab schon noch ein paar mehr Ideen auf Lager. Ach, was heißt ein paar - HUNDERTE! :)

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