Sonntag, 24. Februar 2019

Ausmisten - Zwischenstand

Heute mal ein Zwischenstand von meiner Ausmist-Aktion - auch wenn der Monat im Prinzip schon fast wieder rum ist. Das habe ich bisher ausgemistet:

  • Schrank (Kochbücher, Stoffe, Kram, Zeitschriften, Dosen)
  • hinter der Tür
  • Schreibtischschubladen
  • Wolle
  • herumlungernde UFOs

Zum Beweis hier mal die Schubladen in meinem Schreibtisch:

Oben: vorher, unten: nachher

Und meine Stoffesammlung:

Links: vorher, rechts: nachher
Man sieht es vielleicht mit dem bloßen Auge nicht so gut, aber ich habe 3 Säcke voller Stoffe und Stoffverschnitte ausgemistet. Jetzt ist es wieder ordentlich und aufgeräumt. Und auch die sortierten Schreibtischschubladen machen mir viel Freude :)

Noch auszumisten sind:
  • Schrank (Bücher, Büro)
  • Deko
  • Kleiderschrank
  • unterm Bett
  • Kommoden mit Bastelkram und Nähzubehör
  • unterm Sessel (Dosen)
  • herumlungernder Kram

Wenn ich mich ranhalte, schaffe ich das diesen Monat noch... haha 😆 Der Februar ist wirklich verdammt kurz und diese Woche war ich auch ein paar Tage unterwegs. Aber ich tue, was ich kann. Ein paar der Punkte schaffe ich sicher noch 💪

Montag, 18. Februar 2019

Zuckerfrei vorbei - das Fazit :)

Juhu, mein erstes Experiment ist geschafft! Ich habe 30 Tage komplett auf zugesetzten Zucker und Zuckerersatz verzichtet und 10 Tage auf industriellen Zucker - mit 3 geplanten Ausnahmen und 2 "Vorfällen" 😇 Zeit für ein Fazit!

Süßungsmittelfreie Leckerlichkeiten 😍

Was habe ich gelernt?
  1. Ich kann ohne Zucker leben (Überraschung!)
  2. Es geht mir körperlich besser ohne übermäßigen Zuckerkonsum.
  3. Ich habe nicht wirklich Heißhunger auf Süßes.
  4. Emotionale Probleme sind nicht schwerer auszuhalten ohne Zucker.
  5. Zuckerverzicht löst aber auch nicht alle Probleme und macht keinen anderen Menschen aus mir. Aber ich bin insgesamt zufriedener und ausgeglichener.
  6. Ich brauche einen festen Rahmen für den Zuckerkonsum.
  7. Paprika, Joghurt und Sonnenblumenkerne sind ziemlich cool als Abendsnacks.

Wie soll es jetzt weitergehen?
Das ist sicherlich die spannendste Frage und irgendwie auch die schwierigste. Denn es ist sicher einfach, sich im Rahmen eines zeitlich begrenzten Experiments, über das man auch noch Bericht abgibt, "zusammenzureißen". Die Erkenntnisse in den Alltag zu integrieren UND das dann auch noch langfristig durchzuhalten, ist nochmal eine ganz andere Nummer. Darum ist es gut, einen Plan zu haben. Hier ist meiner:

  • Ich möchte meinen Alltag weiterhin größtenteils zuckerfrei gestalten. Konkret heißt das:
  • Keine Süßigkeiten zu Hause haben - jedenfalls so lange, wie ich den Eindruck habe, dass ich nicht kontrolliert damit umgehen kann.
  • Außer Haus mal ein Eis oder Kuchen zu essen, ist voll okay. Aber nicht unbedingt jeden Tag 😉 Einmal pro Woche dürfte eine gute Richtgröße sein.
  • Alternative Süßungsmittel (aka Honig, Ahornsirup) und Trockenobst im Rahmen des Kaffeetrinkens dürfen sein, müssen aber nicht.
  • Keine Snacks zwischen den Mahlzeiten.

Straffer Plan? Vielleicht. Aber der fühlt sich derzeit für mich richtig und passend an und ich habe auch das Gefühl, auf nichts verzichten zu müssen. Denn im Prinzip reicht mir das ja auch so. Und ich habe auch eine Struktur, an der ich mich orientieren kann. Wenn ich mir sage "Ab und zu Zucker ist schon okay", dann wird da schnell zwei bis dreimal am Tag draus.

Da muss natürlich jeder für sich schauen, was für einen die beste Vorgehensweise ist. Meine Erkenntnisse und Erfahrungen haben sicher keine Allgemeingültigkeit, sondern können eher als Anregung und Inspiration dienen, seinen eigenen Zuckerkonsum zu reflektieren und an die eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten anzupassen. Manche können gut damit umgehen, eine Tafel Schokolade in der Schublade zu haben und sich davon hin und wieder ein Stück zu nehmen oder jeden Tag eine kleine Süßigkeit einzubauen, und das ist ja auch völlig okay.

Als Schlusswort kann ich vielleicht sagen: Immer komplett auf Zucker zu verzichten, ist sicher weder notwendig noch wirklich sinnvoll. Den Zuckerkonsum im Alltag runterzufahren, kann dagegen aber kurz- und langfristig Vorteile bringen. Süß ist das Leben nicht alleine durch den Zucker, sondern auch durch viele andere große und kleine Momente 💚

Check!

Dienstag, 12. Februar 2019

Ein grünes Männlein steht im Walde - grüner Hoodie

Und schon ist wieder etwas mit Kapuze von meiner Nähmaschine geflossen. Darf ich präsentieren? Ein Hoodie in Grün :) (Zur Feier des Tages hab ich mich auch mal vor die Kamera gestellt 😇)

Man hätte vorher nochmal bügeln können müssen 😎
In Wirklichkeit ist er etwas grüner, hier wirkt er irgendwie petrolfarbener. Ursprünglich waren die Stoffe grau meliert. Ich habe das Sweatshirt nach dem Nähen in ein Handfarbbad geworfen mit zwei Teilen Türkis und einem Teil Dunkelgrün. Scheinbar hat das Dunkelgrün ein bisschen die Oberhand gewonnen. Aber ich mags 😊


Der Schnitt ist der selbe wie von diesem Langarmshirt, das ich letztes Jahr gezeigt habe. Allerdings hab ich ihn dieses Mal in Größe 44 genäht (statt wie das Shirt in 36), weil er beim Shirt schon recht körpernah sitzt und ich nach dem eher figurbetontem Hoodie von letztens gerne noch etwas Gemütlicheres wollte. So zum Rumgammeln zuhause 😊 Dafür hab ich die Maße von einem bequem sitzenden Sweatshirt genommen und mit dem Schnittmuster verglichen. Heraus kam dann eben Größe 44 und das war auch genau die richtige Entscheidung in diesem Fall.


Dass der Sweatstoff mit den Blättern drauf meinen Namen schrie, muss ich glaube ich inzwischen nicht mehr weiter kommentieren, oder? 😎


Ich bin auf alle Fälle sehr zufrieden mit dem Ergebnis: bequem, kuschelig, nicht zu dicker Stoff, schöne lange Ärmel 👍 Jetzt noch wie oben angekündigt die Bilder vom angezogenen Zustand. Ich finde nämlich, dass der Hoodie an mir irgendwie besser wirkt als an der Püppi... woran auch immer das liegt... (auf alle Fälle nicht an meinen bescheidenen Modelfähigkeiten 😆):


So, bitte... Jetzt könnt ihr ja selber entscheiden, ob mir das Grün meinem Teint mehr schmeichelt als Schwarz 😺 Ich sollte nur langsam mal aufhören damit, Kapuzensweatshirts zu nähen, weil ich inzwischen mehr als genug davon besitze. Aber ein was in der Richtung kommt demnächst noch... dumdidum 😇

PS: Spaßeshalber habe ich mir jetzt einen Instagram-Account zugelegt, wie man in der Sidebar erkennen kann. Ich dachte, das könnte eine nette Ergänzung zu dem Blog sein, da ich dort zeigen kann, woran ich gerade aktuell bastel/nähe/stricke, während hier die fertigen Werke landen. Ich heiße dort @koboldgruen, wenn mir jemand folgen will. Oder sagt mir, wie euer Name dort ist, dann folge ich euch auch (sofern es keine reinen Selbstportrait-Feeds sind, die finde ich nicht ganz so spannend 😎)

Samstag, 9. Februar 2019

Zuckerfrei - Umgang mit Rückfällen

So, inzwischen bin ich in der zweiten Phase des Zuckerfrei-Experiments angekommen. Das heißt, ich "darf" jetzt wieder natürliche Süßungsalternativen (Honig, Ahornsirup, Dattelsirup...) und Trockenobst.


Das ging allerdings leider gleich ein bisschen schief. Denn an Tag 2 und 3 hatte ich jeweils kleine Hänger und hab mir etwas zu viel an Früchte-Nuss-Riegeln und zuckerfreie Schokolade (mit Datteln als Zuckerersatz) "gegönnt". Das war das klassische "Ich fühle mich irgendwie meh... ess ich eben was Süßes". Und natürlich gab es auch direkt ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Unruhe, Blähungen, Blutzuckerspiegel-Achterbahnfahrten. Gut, nun weiß ich zumindest wieder, warum ich das Experiment ins Leben gerufen hatte...😆

Aber wie heißt es so schön? Es gibt keine Rückfälle, sondern nur Vorfälle. Das Wichtigste ist, dass man sich bewusst macht, dass man nicht wieder in der Vergangenheit gelandet ist und man jetzt nicht das ganze Experiment über den Haufen werfen und sich von nun wieder so verhalten *muss* wie früher, so nach dem Motto "Jetzt ist es eh egal." Nein, ist es nicht! Und man hat immer noch die Wahl zu sagen, dass man diesen Vorfall als solchen abhakt, und wieder zum Plan zurückkehrt.

Es ist eben auch nicht so einfach möglich, sein altes Verhalten mal eben hinter sich zu lassen. Eine Weile geht es vielleicht gut und fällt auch leicht, aber es werden schwache Momente kommen, in denen die alten Muster durchkommen. Das ist normal und das ist okay. Wenn man daraus kein allzu großes Ding macht und seinen Fokus auf seinem Ziel behält, kann man dort auch wieder rauskommen.

Ich habe die beiden Tage aus der "Wertung" rausgenommen und habe beschlossen: Süßes, wenn dann nur im Rahmen des Nachmittagssnacks (meine "süße Mahlzeit"), nicht als Zwischendurch-Snack.

Freitag, 1. Februar 2019

Ausmisten - Alles muss raus!

Wow, schon/endlich Februar! Ist es bei euch auch schon so leicht frühlingshaft? Es ist zwar noch kalt, aber irgendwas ist anders. Vielleicht das Licht? Oder die piependen Vögel?

Na, wie auch immer - ich starte in mein zweites Experiment: Ich werde ausmisten! (Das Zuckerfrei-Experiment läuft ja noch, darüber berichte ich, sobald es wieder was Neues gibt.) Das kommt mir auch sehr gelegen, denn innerlich scharre ich schon seit einer Weile mit den Hufen :)

Erstmal stellt sich wieder die Frage, WARUM ich überhaupt ausmisten will - bzw. WOZU? Sicher ist es irgendwie logisch, weshalb man sich manchmal von Kram trennen muss, aber es schwarz auf weiß (bzw. weiß auf grün 😉) aufzuschreiben, hilft vielleicht, wenn die Motivation mal schwindet. Also... wie so viele Leute besitze ich zu viel Kram. Der verstopft mir Schränke und das Zimmer und damit auch den Geist. Ich neige nicht unbedingt zum Horten, aber es kommt ja doch immer mal was Neues dazu und irgendwann ist halt voll, ne? Und das Ziel ist, ein aufgeräumtes Zimmer und aufgeräumte Schränke und Schubfächer zu haben, in dem/denen sich nur Dinge befinden, die mir wirklich etwas bedeuten. Sei es, weil ich sie benutze oder sie schön finde. In der Hoffnung, dass sich das auch auf Geist und Seele ordnend und beruhigend auswirkt... ommmm...

Dabei beschränke ich mich erstmal auf mein Zimmer und nicht die gesamte Wohnung, denn schließlich haben wir Februar und der ist bekanntlich schneller rum als andere Monate (man hätte ja auch nicht so viele 31-Tage-Monate machen müssen, dann könnte der Februar auch 30 Tage haben... aber mich hat ja keiner gefragt).


Ich weiß, es sieht auf den ersten Blick erstmal nicht unordentlich aus. Ich bin recht gut in Tetris, aber inzwischen stoße ich wirklich an Kapazitätsgrenzen. Und manche Sachen liegen auch einfach rum, weil sie halt da sind, und nerven mich. Darum habe ich mal eine Liste der Bereiche erstellt, die ich ausmisten will:

  • Schrank
  • hinter der Tür
  • Kleiderschrank (der ist zwar außerhalb des Zimmers, aber in Sichtweite, darum zähl ich ihn mal dazu)

Die zwei Kisten auf dem Schrank sind was für September...

  • unterm Bett
  • Deko
... die Katze kann so bleiben 😻


  • Schreibtischschubladen
  • Kommoden mit Bastelkram, Nähzubehör und Wolle



  • unterm Sessel (Dosen)
  • herumlungernder Kram, inkl. UFOs

Ja, die Gardinenstange hängt schief... auch was für September (spätestens)

Dann habe ich mir überlegt, WIE ich es am besten schaffe, mich von Dingen zu trennen. Denn ich habe den Eindruck, dass ich, wenn ich "einfach so" ausmiste, immer noch viel zu viel aufhebe und dann innerhalb kürzester Zeit wieder vor dem selben Problem stehe, dass ich zu viel Zeug und zu wenig Platz habe. Man muss sicherlich immer mal wieder ausmisten, aber wenn man es mal richtig macht, hat man vielleicht mehr Zeit bis zum nächsten Mal... hoffe ich.

Also habe ich mich einmal quer durchs Internet belesen und dann diesen Entscheidungsbaum erstellt:


Ich würde sagen - gut vorbereitet bin ich erstmal. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wo genau ich anfange 😊

Mittwoch, 30. Januar 2019

Ein Hoodie in... oh Goth... Altrosa?!!

Anfang des Jahres hatte ich ja schon mal eine kleine Sneak Peek auf (für?) meine aktuellen Näh- und Strickprojekte gegeben. Eins davon ist jetzt fertig... tadaaaa:


Es ist... oh Wunder... ein Hoodie! 😆 Und ich sag jetzt schon mal sorry für die mäßigen Bilder. Ich muss mal aufhören, mit dem Smartphone herumzuknipsen, sondern wieder die richtige Kamera rauszerren und für ordentliches Licht sorgen usw.


Der Schnitt ist "Missy" von Melian, falls das jemanden interessiert. Er hat einen Abnäher an der Brust, was ich für einen Hoodie ungewöhnlich finde, aber okay, er ist ja auch auf Figur geschnitten. Bei mir passt er, auch trotz der Figurnähe in Kombination mit dem etwas steifen Stoffs, sehr gut.


Ich hab mich für die asymmetrische Kapuze entschieden. Ist mal was anderes. Für innen hab ich einen farblich passenden Jersey mit Blattdesign (meine Blattphase ist immer noch nicht vorbei) verwendet 💗


Wie man sieht, ist die Patchworkdecke auch nach wie vor in Verwendung
Das Stencil hab ich nicht selbst ausgeschnitten - so wahnsinnig bin ich dann doch wieder (leider?) nicht 😅 Sondern es ist ein fertig gekaufte Schablone.


So... ähem... dann müssen wir jetzt mal über die Farbe reden, was? Das kam so, dass eine Freundin von mir eine Typberatung gemacht hatte, ich das spannend fand und mich auch ein wenig (viel) mit Farbtypen beschäftigt habe. (Kennt ihr das, wenn ihr ein neues Thema entdeckt, das euch interessiert, und ihr euch dann wochenlang darin vergrabt? Nein? Okay, dann nicht... 😇) Ich war jetzt bei keinem Profi oder so, musste aber mit Erschrecken feststellen, dass ich offensichtlich KEIN Schneewittchentyp bin und demnach mir Schwarz EIGENTLICH nicht wirklich steht 😲 Ich bin wohl tendenziell eher ein dunklerer Sommertyp mit leichter Tendenz zum Herbst. Das heißt, mir stehen wohl am ehesten gedeckte, dunklere, kalte Farben mit einem Hauch Warmanteil. Also sowas:



Hmmm, erstaunlich, dass das (neben Schwarz und außer Blau) ja eh meine Lieblingsfarben sind. Kann natürlich auch sein, dass mein Urteilsvermögen verzerrt ist. Aber Gelb, Orange und Braun stehen mir definitiv nicht, so viel steht fest! 😆 Ich werde jetzt nicht aufhören, Schwarz zu tragen. Aber ich fand es ganz spannend, auch mal mit anderen Farben herumzuexperimentieren. Quasi als Erweiterung meiner Farb(Schwarz-)palette, nicht als Ersatz. Und hey, immerhin gehört Anthrazit zu meinem Farbschema, da ist Schwarz auch nicht gaaanz so weit weg.

Habt ihr schon mal eine Farbtyp-Analyse gemacht oder ist euch sowas wurscht?

Montag, 21. Januar 2019

Zuckerfrei - über emotionales Essen

Hola! Ich dachte, ich melde mich mal wieder von meinem zuckerfreien Experiment. Momentan befinde ich mich an Tag 18:

17 Tage kein Zucker... und ich lebe immer noch
Es gab, wie ich ja schon angekündigt hatte, zwei Ausnahmetage. Die hab ich rausgelassen, sonst wäre ich schon an Tag 20. Man kann jetzt natürlich sagen: "Ryaaaanne, du machst das Experiment nicht richtig." Ich mach es halt, so gut es geht 😉 Dafür war ich an allen anderen 17,5 Tagen brav. Es gibt auch nicht so viel Aufregendes zu berichten: Ich lebe noch, ich bin nicht durchgedreht, mir geht es gut. Was ich auf alle Fälle gemerkt habe, und dafür waren die zwei Tage mit Zucker dann zum Vergleichen doch recht aufschlussreich, dass meine Verdauung und mein Blutzuckerspiegel ohne Zucker konstanter sind. Das heißt, ich hab weniger Blähungen und ich neige weniger zu Unterzuckerungssymptomen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich an den zwei Tagen nicht nur jeweils ein kleines Stück Schokolade hatte, sondern eher so Richtung Kuchen UND Dessert. Ich wilder Feger 😆

Mein Verlangen nach Süßkram hält sich weiterhin in Grenzen. Manchmal denke ich schon: "Och, jetzt ein Stück Schokolade." Aber dann schalte ich auf stur und damit hat es sich dann auch wieder. Dass ich auch auf natürliche Süße in Form von Ahornsirup und Trockenfrüchte verzichten "muss", empfinde ich aber schon als etwas einschränkend. Klar, es geht schon, und es macht auch Sinn, damit man nicht einfach die "ungesunde" Schokolade mit "gesunden" Trockenfrüchten ersetzt, aber so auf Dauer wäre mir das dann doch etwas zu viel des Guten. Es geht ja auch nicht darum, den Ahornsirup literweise in sich reinzuschütten. Aber dazu mehr an geeigneter Stelle.

Ich hatte ja beim letztem Mal geschrieben, welche Gründe das hat, dass man zu viel Süßes isst: Gene, Gewohnheit, Verfügbarkeit, soziale Situationen und Emotionen. Und auf das emotionale Essen wollte ich nochmal etwas genauer zu sprechen kommen. Das sind die Situationen, in denen man traurig ist oder müde oder gestresst - oder auch sich sehr freut - und dann zum Trost oder zur Belohnung etwas Süßes isst. Was übrigens auch vollkommen okay ist, so lange es eben nicht überhand nimmt. Wenn es aber trotzdem überhand genommen hat, gibt es zwei Möglichkeiten, seinen Kopf erstmal wieder einzunorden:

1. Man braucht keine Schokolade - Ja, auch wenn einem das so vorkommt. Auch wenn man traurig ist oder wütend und sich so fühlt, als ob die Welt untergeht, wenn man jetzt nicht sofort Schokolade (oder Eis oder was auch immer) bekommt. Nein, die Welt wird nicht untergehen. Unangenehme Gefühle gehen nicht nur dadurch weg, dass man ein paar Stück Schokolade draufwirft. Sie gehen auch davon weg, wenn man sie lediglich wahrnimmt, anerkennt und ihnen Zeit und Raum gibt, von alleine wieder abzuklingen. Denn das ist der natürliche Verlauf eines Gefühls. Was direkt zum zweiten Punkt führt...

2. Schokolade löst keine Probleme. Manchmal fügt sie den eh schon vorhandenen sogar noch ein weiteres hinzu. Das ist analog zum Alkohol. Man mag sich zwar erstmal kurzfristig besser fühlen, wenn man Schokolade isst, weil sie im Gehirn zu einem kleinen Dopaminhoch führt. Darauf folgt allerdings der Crash, d.h. der Dopaminspiegel sinkt genau so rasch wieder in den Keller. Und jetzt ist man an dem Punkt, an dem man eigentlich wieder Schokolade "bräuchte"... Teufelskreis. Das Ziel sollte also nicht so eine Dopamin-Berg-und-Talfahrt sein, sondern eher ein gleichmäßiger Dopaminspiegel (auch wenn das erstmal öde klingt, ist es aber nicht). Dabei hilft Schokolade allerdings nicht. Auch ist ja das auslösende Problem nicht automatisch weg. Wenn der Chef doof ist oder man depressiv ist, ist ja nicht ein Mangel an Schokolade ursächlich. Kein Chef wird nett, nur weil man selber Schokolade isst (vielleicht hilft es allerdings, wenn der Chef mehr Schokolade isst 😂). Man bekommt auch durch Schokoladenkonsum nicht langfristig bessere Laune. Es ist also einfach der falsche Weg, wenn man sein eigentliches Problem lösen will.

Es ist also so, dass wir von der Genetik her schon zum emotionalen Essen neigen, aber das der größere Anteil dabei Gewohnheiten und Überzeugungen sind. Das heißt, dass wir schon einerseits aufpassen und Vorkehrungen treffen müssen (z.B. Essen, bei dem man weiß, dass man nicht widerstehen kann, außer Reichweite schaffen, oder Nein sagen üben), aber dass wir andererseits auch nicht willenlos ausgeliefert sind und gar nicht anders können, als alles in uns reinzuschaufeln, was uns vor die Nase kommt. Grundsätzlich gesprochen. Individuell kann das natürlich sehr unterschiedlich aussehen, wie schwer oder einfach es fällt, vom emotionalen Essen loszukommen. Gegebenenfalls bietet es sich vielleicht an, sich Unterstützung zu suchen, wenn man merkt, dass es einem schwerfällt. Aber auch da gibt es Mittel und Wege. Und allgemein bleibt vielleicht festzuhalten: Essen ist da, um uns satt zu machen. Es sollte einem schmecken und gut tun. Zum Problemelösen ist es dagegen eher ungeeignet.