Montag, 10. September 2012

Clone a Hose & Stoffmarkt-Buxe

Es begab sich also zu dieser Zeit, dass die liebe (und überaus gute und wunderschöne und großzügige und von allen Fehlern freie) Ryanne wieder eines ihrer UFOs "follendete". Es handelte sich hierbei um ein Beinkleid in der sagenumwobenen Farbe Tiefschwarz, welches sie einem Beinkleid nachempfand, das ihr sehr lange gute und treue Dienste geleistet hatte. Nun war eben jenes Beinkleid nach jahrelangem Tragen aber über und über mit bunten Flecken übersät, der Bund war verschlissen und auch die Säume wiesen deutlich sichtbare Tragespuren auf. Da die liebe (und gute und so weiter...) Ryanne dieses Beinkleid für ihre freie Zeit sehr liebte, beschloss sie, so gut es eben ging, es nachzunähen. Das gelang ihr auch. Naja, so einigermaßen jedenfalls. Aber jetzt tretet heran und schauet selbst:



Ich habe festgestellt, dass man der Püppi keine Hosen anziehen kann - wie doof ist das denn, bitte? *g* Also musste ich selbst ran *schnauf* Und das in meinem Alter! Nun ja, also die Hose ist aus schwarzer Popeline und besteht aus gefühlten Drölfmillionen Einzelteilen (was man auf den Bildern natürlich wie immer nicht sieht...). Wenn ich bedenke, wie lange ich gebraucht habe, um die vielen Teile zusammenzunähen, und wie wenig Geld ich für die Originalhose im Vergleich dazu ausgegeben hab - schon irgendwie erschreckend. Mir ist jetzt auf alle Fälle wieder bewusster, wie viel Arbeit in so einem Kleidungsstück steckt.


Oben dran ist ein Krempelbund und die Eingriffe der Taschen sind mit Gummiband ein bisschen in Form gebracht. Die Taschen sind aufgesetzt, wie man vielleicht sieht. An den Knien gibt es vier Abnäher, da hab ich mich bei der Schnittkonstruktion etwas vermacht, aber sieht ja keiner. Außerdem ist die Hose eh nur für drinnen :D


Am Pöter ist sie ein kleeeines bisschen eng... Erst ging sie gar nicht über die Hüfte, aber ich hatte Gott sei Dank noch genug Nahtzugabe über, so dass ich noch ein paar Zentimeter zugeben konnte. Jetzt geht es. Aber wenn der Stoff noch ein bisschen nachgibt, hätte ich sicher nichts dagegen ;) Im Saum sind Tunnel mit Zugbändern aus schmalem Nahtband, so dass man die Weite regulieren kann.


Öhm ja... der Versuch, ein schwarzes Kleidungsstück von hinten zu fotografieren. Gedanke der Kamera: "Ach, ist schon wieder Nacht? *alles aufhell*" Rechts erkennt man vielleicht die kleine Gesäßtasche mit Reißverschluss. Und wieder ein UFO weniger auf meiner UFO-Liste :)

Außerdem trug es sich neulich zu, dass der Holländische Stoffmarkt wieder bei uns in der Stadt gastierte. Erst kommen sie gar nicht zu uns, jetzt innerhalb von zwei Monaten zwei Mal, so dass man in der Zwischenzeit kaum (bzw. in meinem Fall gar nicht) dazu kam, seine Beute vom ersten Besuch zu verarbeiten :D Was ich unter anderem toll finde, ist, dass viele der Besucherinnen in Selbstgenähtem auflaufen (ich fahre natürlich die komplette Understatementschiene und trage ausschließlich Stangenware *g*). Nicht alles davon trifft meinen Geschmack, manches finde ich sogar überaus scheußlich :D Aber ich finds trotzdem super und werde bei einem der kommenden Stoffmärkte sämtliche Damen in Selbstgenähtem um ein Foto bitten. Jedenfalls, was ich sagen wollte, beim letzten Stoffmarkt, entdeckte ich an einer Besucherin eine Leinenhose, die mir so gut gefiel, dass ich a) sofort (heimlich) ein Foto davon gemacht und mir b) augenblicklich passenden Stoff gekauft habe. Ihre Hose war dunkelgrün mit hellgrünem Bündchen. Und das hier ist meine:



Hab ich kurze Beine oder was? Aber immerhin sind sie lang genug, dass sie bis zum Oberkörper reichen. Sonst wäre dort eine Lücke, stellt euch das mal vor :D Den Schnitt hab ich nach einem Burdaschnitt frei adaptiert, hab gleich eine Nummer größer genommen, damit die Hose schön weit und bequem wird. Jetzt kommt der Clou, die Taschen, Achtung:



Der Tascheneingriff geht bis über die Seitennaht hinaus auf die Rückseite der Hose. Die Idee hab ich auch vom Stoffmarkt bzw. von meinem Abgang von selbigem. Da sah ich nämlich einen Rock an einer Passantin, der auch solche Taschen hatte. Der Taschenbeutel befindet sich aber trotzdem mehr oder weniger an der Vorderseite, damit er an den Seiten keine Beulen bilden kann. Kann man aber machen, wie man will. Auf jeden Fall kann man, so gewünscht, den Poppes dadurch optisch etwas verkleinern.


Die Rückseite gefällt mir mal wieder am besten. Man wird mir bald nachsagen, ich hätte einen Kehrseiten-Fetisch :D Oben am Bund befindet sich ein Strickbündchen und unten ist die Hose etwas länger und hat Tunnel mit Zugbändern drin, die ich schon festgezurrt habe, damit die Hose unten diesen Pluderhoseneffekt hat. Alternativ tut es ganz sicher auch ein Gummibund, aber ich habs so gern ursprünglich ;)


Alles in allem eine schöne luftige Hose für den vergangenen Sommer :D Nun lagert sie erstmal in meinem Schrank herum und wir warten gemeinsam aufs nächste Jahr :)

Kommentare:

  1. Die zweite Hose ist wirklich toll geworden. Die klaue ich dir doch mal direkt :D

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    1. Klauen ist hier nicht, Madame! Außerdem ist die Hose gar nicht grün ;)

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