Freitag, 5. Januar 2018

I'm so happy!

So, da bin ich wieder. Habt ihr mich vermisst? ;) Letztes Jahr war es hier ja fast gespenstisch still und man hätte meinen können, dass ich den Blog und/oder das Nähen aufgegeben habe. Hab ich aber nicht! Auf meiner Schneiderpüppi stapeln sich genähte Dinge, die fotografiert und rumgezeigt werden wollen.

Aber fangen wir doch erstmal mit etwas Gelaber an :) Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen (auch wenn es ja nun schon fast wieder rum ist)! Habt ihr Neujahrsvorsätze? Ich hab mir in früheren Jahren auch immer allerlei vorgenommen. Und auch jetzt habe ich natürlich grundsätzlich weiterhin Ziele, die ich erreichen, und Dinge, Personen und Tätigkeiten, denen ich Zeit einräumen will. Aber so richtig fürs neue Jahr vorgenommen habe ich mir nur das hier:


Die Sache ist nämlich die, dass man als erwachsener Mensch in seinem Leben gelegentlich an einen Punkt kommt, an dem sich das Leben nach allem anderen als Spaß anfühlt. Stattdessen drückt die Last der Verantwortung im Job und Zuhause, für die vielen Dinge, die erledigt werden müssen, aber so überhaupt gar keinen Spaß machen (z.B. Putzen oder die Steuererklärung) und die ganzen langweiligen, freudlosen Routinen, tagein tagaus immer dasselbe... Dazu die vielen Gedanken, dass man sich eigentlich besser ernähren, mehr bewegen, freundlicher sein und... tja, irgendwie mehr Spaß haben müsste. Also wer bei diesem Szenario noch ernsthaft Spaß (jaja, ich weiß, ich weiß... das war Absicht ;)) empfindet, hat wohl ein besonders sonniges Gemüt erwischt... oder macht irgendwas anderes richtig. Alle anderen fragen sich vielleicht eher, warum sie als Kinder so dringend erwachsen werden wollten. Ach ja, weil man wollte, dass einem nicht mehr dauernd einer reinredet, was man tun und lassen soll, und man den ganzen Tag machen kann, was man will. Und jetzt das...

Hm, und nun? Man könnte sagen: "Lass ich halt die Steuererklärung und geh nicht mehr arbeiten" und das ist ja durchaus ein Weg, den manche wählen. Aber für die meisten kommt das vermutlich eher nicht in Frage. Wie kann man aber erwachsen sein UND gleichzeitig Spaß haben?

Es gibt ja allerlei Literatur zum Thema glücklicher und zufriedener sein. Und auch im Internet findet man noch und nöcher Tipps, wie man wieder Spaß im Leben hat. In der Regel lesen die sich so, dass man sich abends hinsetzen und überlegen soll, was einem am Tag Freude gemacht hat. Und man soll überlegen, wofür man dankbar ist. Und sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen, sich gesund ernähren, Kontakte pflegen, genug Wasser trinken. Und so weiter. Und wem das tatsächlich was bringt, der soll das wirklich gerne machen. Wir sind zum Glück alle verschieden! Aber was ist mit denen, die schon diese Übungen machen, dauernd draußen rumlatschen (mit dem Schrittzähler in der Tasche, damit es auch wirklich genug ist, und der Wasserflasche in der Hand) und sich irgendwie immer noch eher wie ein Hamster im Rad fühlen? So geht es mir nämlich, wenn ich diese Tipps lese. Mich ergreift dabei eine bleierne Schwere, denn das Letzte, was ich will, ist noch mehr reflektieren, noch mehr Dinge auf der ToDo-Liste abarbeiten... Wenn man sowas spürt, dann gilt es, das ernstzunehmen. Denn dann ist das möglicherweise nicht der richtige Weg.

Erich Kästner hat mal gesagt: "Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch." Und viele können das Erwachsensein doch ganz gut, Verantwortung übernehmen, vernünftig sein, sich angemessen verhalten, sich vorher überlegen, was sie machen wollen (oder sollen? *kopfkratz*), usw. Nur das mit dem Kind bleiben ist vor diesem Hintergrund manchmal nicht so einfach. Das heißt jetzt nicht, dass man dann kein Mensch mehr ist. Ich denke, Kästner wollte niemanden mit seiner Aussage dissen. Sondern es geht mehr um die Ganzheitlichkeit. Um sich vollständig zu fühlen, braucht es beide Seiten - die verantwortungsvolle UND die kindliche. Und das ist auch der Grund, warum sich diese oben erwähnten Tipps mitunter so schwer anfühlen... mal im Ernst, welches Kind setzt sich abends hin und überlegt, wofür es dankbar ist, und nimmt dabei einen großen Schluck aus seiner Wasserflasche, damit es genügend getrunken hat? :D

Wenn das Kind in uns zu wenig Raum bekommt, dann führt das zu diesem grauen Gefühl der Tristesse und Unzufriedenheit. Es geht also darum, dieses Kind wieder ein bisschen mehr zum Vorschein zu holen. Man kann, um das zu erreichen, mal überlegen, wie das war, als man ein Kind war. Was man damals gemacht hat, dass man Spaß hatte. Oder, falls man sich nicht mehr erinnern kann oder will, kann man schauen, was einem heute noch Spaß macht. Und falls einem da auch nichts einfällt, kommt jetzt eine kleine Liste mit Dingen, die potentiell das Kind in einem wecken können:

  • auf einem Hüpfball hüpfen
  • mit Buntstiften malen (für fortgeschrittene Kinder: Mit Malkreide auf den Bürgersteig malen)
  • Seifenblasen machen (vielleicht in der Fußgängerzone? Da haben auch noch andere was davon :))
  • ein lustiges Kleidungsstück tragen, z.B. eine witzige Kopfbedeckung (nicht, um eine Reaktion von anderen zu erhaschen, sondern nur, weil man das Teil selber schön findet und es einen fröhlich macht), ein T-Shirt mit einem lustigen Aufdruck, etwas mit einem besonderen Schnitt, (Empfehlung der Redaktion: asymetrisch oder mit Zipfeln), Kleider, Klamotten, die "Sommer" schreien (vor allem im Winter)
  • überhaupt: Accessoires! Taschen, Mützen, Schals, Stulpen, Brillen, Sonnenbrillen (im Winter oder nachts)...
  • was Lustiges mit den Haaren anstellen, z.B. eine neue Farbe (wie wärs mit pink? Ich schwöre auf pinke Haare!:D) oder ein ganz anderer Schnitt oder eine ausgefallene Frisur
  • winken (anderen Leuten, aber auch Orten, Tieren oder Gebäuden)
  • Daumen hoch zeigen (nicht nur im Internet, sondern ganz real, auch wenn man alleine ist und es eigentlich nichts gibt, zum Daumen hoch zeigen... egal!)
  • High Five machen, mit anderen, aber ruhig auch mal mit sich selbst
  • im Zimmer herumtanzen
  • in der Dusche singen, und zwar laut UND schief!
  • auf dem Weg zur Arbeit vor sich hin pfeifen, auch im Bus oder in der Bahn ;)
  • schaukeln gehen
  • Grimassen schneiden und mit den Augen rollen
  • nackig herumlaufen (Zuhause oder am FKK-Strand!)
  • und wo wir gerade am Strand sind: Sandburgen bauen oder mit einem bunten Schwimmring baden gehen (ich gehe IMMER mit Schwimmring baden!)
  • Gurken- und Möhrenscheiben mit Plätzchenausstechern bearbeiten (geht auch mit diversem Obst, Brot, Käse...)
  • im Garten zelten oder auf dem Balkon übernachten
  • auf einem Geländer oder einer Mauer balancieren (muss ja nix Hohes sein)
  • mit Knete spielen
  • Schlittschuhlaufen
  • bunte Sticker wo hinkleben
  • Trampolin springen
  • Papierflieger basteln und fliegen lassen
  • ... 

Fällt euch noch mehr ein? Was macht euch fröhlich? Dann ergänze ich diese Liste! Wichtig bei diesen Dingen ist - und da bin ich jetzt ganz ernst und erwachsen - dass sie schon in der Vorstellung ein Gefühl der Freude auslösen müssen. Fühlt es sich nach "ja, das wäre schon sinnvoll" an - weg damit! Wenn ihr unsicher seid, probiert es aus. Löst es Freude aus? Gut, dann weitermachen! Löst es keine aus? Weg damit und was anderes probieren!

Es müssen nicht immer die großen Veränderungen sein, niemand muss ein anderer Mensch werden, wenn man wieder mehr Freude im Leben empfinden möchte. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die es einem ermöglichen, wieder mehr mit der fröhlichen Seite in sich in Kontakt zu kommen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besonders fröhliches Restjahr! :)

Kommentare:

  1. Yay, ein Post von dir!
    Und direkt freue ich mich, ihn gelesen zu haben - mir geht es nämlich auch so, dass diese "Mit diesen weiteren 10 Punkten auf deiner To Do-Liste wirst du glücklicher sein"-Listen mich alles andere als glücklicher stimmen. Also, ich weiß, dass ich genügend trinken muss, um Kopfschmerzen zu vermeiden und dass mir Bewegung wirklich echt gut tut. Nur: Wenn ich die als zu erledigen notiere, blockiert das definitiv und nimmt mir jede Lust.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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    1. Freut mich, dass dich der Post angesprochen hat :) Ich denke, es geht sicher einigen so.

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  2. Schön von dir zu lesen! Und tolle Liste!

    - auf einem Geländer/Mauer Balancieren
    - Kneten
    - Schlittschuhlaufen
    - bunte Sticker irgendwo hinkleben
    - Schaukeln
    - Trampolin springen
    - für die Leute ohne Garten: auf dem Balkon übernachten

    LG Maria

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    1. Das sind super Ideen, danke Maria. Ich werd sie gleich mit einfügen :)

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  3. Yooptzah :)

    Bin gerade auch sehr froh, dass ich spontan in einem Nähkro-Thread (endlich mal wieder) über deine Signatur in dein Blog geguckt habe *daumenhoch* :D

    Ich fühle mich nämlich auch gerade extrem von diesem ganzen Self-Improvement-Gemöffze bombardiert und gestresst und finde das ganz schön kontraproduktiv.

    Eigentlich bin ich ja schon ziemlich gut darin, mein inneres Kind rauszulassen und mit buntem Yummyooptz zu füttern... aber manchmal braucht man wieder eine Erinnerung daran und ich finde es super, dass du hier Ideen sammelst!
    Was mir noch einfallen würde:

    - Purzelbäume schlagen oder eine sich eine abschüssige Wiese runterkullern lassen
    - im Regen rumtanzen :)

    Ich glaube, ich werde morgen erstmal Seifenblasen besorgen *miepz* :)

    liebe Grüße,
    wusi/Gisa

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